Der Gefangene der Achterbahn

Langsam geht es nun nach oben
Werde dort hinaufgeschoben
In dem kleinen, off’nen Wagen
Den die Schienen voran tragen
Und ganz oben stoppt er nur für kurze Zeit
Vor mir gähnt der Abgrund offen
Und ich darf nicht einmal hoffen
Weiß genau, was mich erwarte
Wenn die Abfahrt erstmal startet
Komm, du Schicksal, noch einmal, ich bin bereit
Und da geht es schon hinunter
Kann nichts machen, nur da sitzen
Nur wer neu ist, schreit noch munter
Doch mich wird’s nicht mehr erhitzen
Bin schon viel zu oft gefahren
Festgehalten von dem Bügel
Über eins bin ich im Klaren:
Irgendwer kriegt nachher Prügel
Erscheint euch dies auch krank und wie der blanke Wahn
Schon lang bin ich Gefangener der Achterbahn

Und wir fahren durch die Kehren
Ich gab’s auf, mich zu beschweren
Welchen Sinn hat es zu motzen
Ich kann nicht einmal mehr kotzen
Habe, was im Magen war, schon längst verteilt
Stundenlang dieselbe Strecke
Hab gewünscht, daß ich verrecke
Würde gern bewußtlos werden
Doch auch das ist richtig schwer, denn
Längst hat mich die pure Agonie ereilt
Wenn die Techniker, die blöden
’nen Weg fänden, von der öden
Rundfahrt mich doch zu erlösen
Doch die machen nichts und dösen
Weiter geht’s durch Tal und Hügel
Dieser gottverdammte Bügel
Nehmt die Flex oder die Säge
Und befreit mich, sonst gibt’s Schläge
Bin ich erst frei, komm ich zurück mit einem Kran
Schon lang bin ich Gefangener der Achterbahn

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