Fliegen – Ein Experiment

Ich wollte immer schon fliegen
Wie ein Adler frei sein
Den Wind in den Flügeln spüren
Den blauen Himmel berühren
Abheben und dabei mein
Eigenes Beengtsein besiegen

Ich wollte immer schon fliegen
Von ganz oben die Welt überschaun
Auf eine Weise, die niemand verstand
Der nicht selbst einmal hoch über dem Land
Schwebte, und voller Gottvertraun
Die Erde sah unter sich liegen

Ich wollte immer schon fliegen
Die letzte Leichtigkeit erfahren
Und frei sein, ein König der Lüfte
In tausend Metern Höhe die Düfte
Der Welt wahrnehmen und bewahren
Und mich auf dem Sturmwind wiegen

Ich wollte immer schon fliegen
Es läßt mich den Zwang der Zeilen vergessen, ich bin frei
frei wie ein Vogel
der sich in die Lüfte erhebt
und immer höher
immer höher schwebt
bis er den
Himmel erreicht
war
doch
l e i c h t

Und erst nach der Landung
Spüre ich die Zwänge der Welt
Spüre ich die wüste Brandung
Der Wellen an meine Klippen
Die Welt droht mich umzukippen
Und ich steige wieder hinauf
Lasse der Welt ihren Lauf
Sie wird mich nicht kriegen
Weil mir der Himmel besser gefällt
Ich wollte immer schon fliegen

Neunundneunzig Energizer

Hast du etwas Zeit für mich
Dann singe ich ein Lied für dich
von neunundneunzig Energizern
Die lernen wir und üben eisern
Jeder nimmt was mit für sich
Dann singe ich ein Lied für dich
Von neunundneunzig Energizern
So werde ich den Unterricht meistern

Neunundneunzig Energizer
Aufgekratzt, kein bißchen weiser
Ball verlorn und viel geschwitzt
Bevor man in der Klasse sitzt
Kompetenzen aufgebaut
Und ist die Klasse sonst auch laut
Dann sind die Schüler gleich viel leiser
Durch neunundneunzig Energizer

Neunundneunzig Lernmethoden
Alte Hüte, neue Moden
War es früher voll frontal
Ist Gruppenarbeit heut normal
Kooperativität
Führt zu Schüleraktivität
Du bist als Lehrer nicht so heiser
Durch neunundneunzig Energizer

Neunundneunzig Schülergruppen
Die sich als Genies entpuppen
Wenn man sie nur machen läßt
Hält jeder Schüler Wissen fest
Starke helfen gern den Schwachen
Und häufig gibt es was zum Lachen
Der Schüler sprudelt wie ein Geyser
Durch neunundneunzig Energizer

Neunundneunzig Partnerpuzzle
Daß es klappt, ist nicht nur Dussel
Austauschphase Think-Pair-Share
Bringt allen Schülern deutlich mehr
Zum Schluß sei eines noch gesagt:
Keine Angst, nur frisch gewagt
Der Lehrer wird spontan zum Kaiser
Durch neunundneunzig Energizer

Ein Engel

Ich hab einen Engel getroffen
Einen Engel mit goldenem Haar
Ich war von Glück wie besoffen
Ich war tief berührt
Und habe gespürt
Daß das mehr als nur Weißweinrausch war.

Ich habe den Himmel gesehen
Groß anders vermut‘ ich ihn kaum
Und will überhaupt nicht verstehen
Wie mir da geschah
Sie war einfach da
Ich vergaß Raum und Zeit, Zeit und Raum.

Ich habe ein wenig des Glückes
Verspürt, und ich halte es fest
Dies ist nicht das Ende des Stückes
Wir setzen es fort
An anderem Ort
Denn vor dem Besteh’n kommt der Test.

Ich habe den Test nicht bestanden
So zieh ich nun traurig dahin
Das Glück kam mir wieder abhanden
Er endet schon, kaum
Daß begonnen der Traum
Und so führe ich Trübsal im Sinn

Ich habe den Engel verloren
Weil der Engel woanders schon fliegt
Ich bin eben nicht auserkoren
Zu teilen den Flug
Und nun sei’s genug
Bevor mich der Kummer besiegt

Ich habe den Mut mir erhalten
Und schaue nun trotzig voraus
Noch sind es nur Schemen, Gestalten
Doch spür ich sie nah
Die Zukunft ist da
Und sie sieht mir sehr sonnig doch aus.

Ein Trinkgedicht

Gebt mir das Bier, das kühle
Zu trinken, denn ich fühle
Mich durstig, und ich meine
Daß jedem sei das seine
Und jeder auch das ihre
Gegönnt, und das sind Biere

Ihr Zecher, ihr Kneipanten,
Die keine Gnade kannten
Beim Trinken ihrer Biere
Von acht bis früh um viere
Seid mir gegrüßt, ihr Guten
Auf daß ihr mögt nicht bluten

Trinkt mit mir, wack’re Zecher
Und leert mit mir die Becher
Auf daß da hint‘ der Zapfer
Und hält er sich auch tapfer
Das Nachsehn hat, denn flinker
Ist immer noch der Trinker

So feiern wir mit Laune
Ich schau mich um und staune
Denn alle Guten trinken
Und erst am Morgen sinken
Sie doch unter die Tische
Auf bald, in alter Frische!

Ein Rätsel

Was im Header ist zu finden
Dies metall’ne Bauwerk dort
Steht da, um den Blick zu binden
Steht an exponiertem Ort
Viele Meter, und zwar hundert
Ist es hoch, doch minus vier
Und von unten wird’s bewundert
Was es ist, das sage mir!

Der’s zuerst schafft, die Lösung dieses
Rätsels (es ist kein sehr fieses)
Mir zu reimen (Zeilen: vier)
Dem (oder der) schenk ich ein Bier 🙂