Lydia

Would you marry me?
Strange as it sounded in my head
I had to ask, and then she said
No, of all things
And turn away her face did she
A silence of the strings

But my God, you must!
I haven’t got to do a thing
The silence in my ears did ring
No, of all things
Had we no words or was it just
A silence of the strings

Will you think again?
It is what everyone would say
And don’t you love me any day
I don’t know, of all things
We kissed, but coldly and with pain
A silence of the strings

Don’t go, please, don’t go!
The orchestra resumed their play
They played for her, and she would say
No, of all things
Maybe it was no final no
No silence and no strings

Kind sein

Einmal wieder Kind sein
Lachend und kreischend
Durch die Straßen laufen
Und nach Liebe heischend
Im Glück ersaufen

Frei so wie der Wind sein
Mit leuchtenden Augen
Die Welt entdecken
Neues Wissen aufsaugen
Das Abenteuer schmecken

Ohne viele Pflichten
Das Leben erlernen
In die Höhe wachsen
Der Griff zu den Sternen
Und doch nichts als Faxen

Alles nur Geschichten
Doch hier auf Erden
Ist alles sonnenklar
Und für Kinder werden
Auch mal Märchen wahr

Der Römer spricht

Iustitia hat rotgefärbte Haare
Iustitia? Latein? Der Römer spricht:
Sie sind vorläufig festgenommen! Jahre
Im Bau warten auf Sie, oder auch nicht.

Beängstigend ists geradezu, wieviele
Nicht schuldig sind, die vormals angeklagt
Der Römer spricht: Wir spielen keine Spiele
Wenn Barbara ihn nach der Meinung fragt

Der Römer spricht, doch bringt sie ihn zum Schweigen
Ein neuer Zeuge taucht ganz plötzlich auf
Es läuft von neuem an der Sprecher Reigen
Und so nimmt die Verhandlung ihren Lauf

Frau Vorsitzende, ich muß doch sehr bitten
Der Römer spricht, sie hört geduldig zu
Der Irrtum ist doch immer noch zu kitten
Der Irrtum der Justiz, doch nun ist Ruh

Sie hätte es doch sicherlich viel leichter
Würd man sich vorher redlicher bemühn
Doch was der Römer schaffen will, erreicht er
Die Unterhaltung bei Gericht soll blühn

Wo Unterhaltung und Gericht sich mischen
Im bunten Richteranwaltsallerlei
Da sitzen sie an ihren schweren Tischen
Und Barbara ist immer noch dabei

Und wenn sie so gekonnt hat Recht gesprochen
Und wieder mal ein Freispruch ist gewollt
Um sechzehn Uhr beendet sie seit Wochen
Die Sendung, und dann sei uns Alex Hold.

Die anderen will ich gar nicht erst nennen
Der ich nun dieser Zeilen Dichter bin
Denn eigentlich muß eine man nur kennen:
Barbara Salesch, unsre Richterin.

Spät ist

Spät ist der Dichter schon
Nahe des Flusses gegangen
Während der pure Hohn
Der von manchem gefangen
Ihn verlachte

Mondlicht am Horizont
Bleiche Gesichter prangen
Haben es nie gekonnt
Fallengelassenes Bangen
Ganz sachte

Grau schmeckt der Tag im Hort
Dämme gebrochen, geflutet
Ort Zeit und Raum ein Wort
Und wenn er sich mal sputet
Im Regen

Fühlen in niemandes Welt
Gelenkiger Hauch in den Auen
Niemals und immer verstellt
Kurz will die Sonne schauen
Entgegen

Ausschau

Während sich die Welt weiterdreht
Dreh ich mich auf der Stelle
Und denke, die Welt steht
Ein seltener Blick
Auf den Moment
Den man sonst nicht kennt
Eine Ebene, ein Gefälle
Ein Abhang sogar
Und ich schaue zurück
Auf den Moment
Und lächle dezent
Denn mir ist klar
Es wird nie mehr so sein
Wie es war
Ich drehe mich weiter, nur ein Stück
Und dann noch eins, und suche das Glück
Denn mir ist klar
Es gibt kein Nochmal
Und der Moment wird schal
Ich lasse ihn liegen
Fange an, Ausschau zu halten
Auf das, was noch kommen mag
Bitte ein Sonnentag
Und ich schaue voraus und ich suche das Glück
Und ich spüre im Gesicht den Wind, den kalten
Mit dem die Zukunft mich schrecken will
Schweig still
Denke ich, schau nicht zurück
Immer voran schreite ich
Jederzeit bereit zu fliegen
Und ich weiß auch schon, was ich finden will
Ich suche Dich
Und der Wind schweigt still