Schusseltag

Ha, da bin ich wieder. Man soll ja nicht tagelang Funkstille im Blog einlegen, wenn man regelmäßige Leserschaft haben will, ich erlaube mir das aber trotzdem – weil das hier eh im Wesentlichen meine persönliche Unterhaltung ist, an der die Welt teilhaben kann, wenn sie es denn möchte. Aber eigentlich wollte ich was ganz anderes schreiben, nämlich dass ich heute einen Schusseltag hatte.Ein Schussel bin ich ja grundsätzlich schon lange, weil mir mein Leben lang immer wieder so Kleinigkeiten passiert sind, die einfach schusselig waren (fragt meine Mutter, die nannte mich oft Schussel). Und heute kam es irgendwie geballt (das heißt, meine eigene Blödheit und die Blödheit der Welt). Also,  morgens, da ging es nämlich los. Schule, viertel vor zehn. Ich hatte den späteren Zug genommen und bin so recht knapp an der Schule angelangt, das ist aber so weit kein Problem. Ich stellte meine Leeze im Keller ab, wollte mir dann lässig meine Tasche auf die Schulter werfen und schaffte es, meine Schulter zu verfehlen. Und dann habe ich, ich weiß nicht wie, beim schnellen Greifen nach der Tasche meinen Daumennagel so neben meinem Auge hergezogen, dass ich direkt neben dem rechten Auge ein wenig geblutet habe. Und bevor einer fragt: Ich weiß auch nicht, wie ich das gemacht habe. Schussel eben. Zumindest war es nicht auf den ersten Blick sichtbar, so dass ich ohne medizinische Behandlung direkt zum Unterricht konnte. Die zwei Stunden Unterricht, die ich heute zu geben hatte, verliefen übrigens sehr unschusselig, stattdessen zufriedenstellend und angenehm. Ich war dann aber doch noch nicht fertig mit den Malheurs: Im Lehrerzimmer bückte ich mich nach meinem Postfach und haute mir den Kopf am Regal an. Das schmerzte auch erst einmal sehr, und während ich mich noch selbst beleidigte (mit einem gemurmelten „Idiot“ zwischen den Zähnen), fragte mich auch schon ein Kollege, ob alles in Ordnung sei. Ja, war es. Eine kleine Beule hat es gebeben, sonst nichts. Also wieder keine medizinische Behandlung. Den dritten Schussel des Tages hat dann die Eurobahn gebaut (naja, nicht direkt). Ich wollte den Zug um viertel nach zwölf nehmen, der fiel dann aber aus. Prkatisch ohne Vorankünigung – statt des Zuges gab es nur eine Durchsage, dass der Zug ausfalle und der Ersatzbus an der Straße fahren würde. Nun kann man in SEV-Bussen meist keine Fahrräder mitnehmen, und gerade heute hatte ich keine Fahrradkleidung dabei, weil ich einen Tag Pause einlegen wollte. Und da ich nicht in dieser Kälte auf diesen Bus warten wollte, um dann gegebenenfalls festzustellen, dass ich mit dem Rad nicht mitfahren konnte, fuhr ich zurück zur Schule und versuchte herauszufinden, b der nächste Zug fahren würde (und bekam für den Fall der Fälle schonmal eine Mitfahrgelegenheit angeboten). Die Eurobahn-Homepage gab gar nichts her, und die VRR-Fahrplanauskunft zeigte alle Züge als pünktlich auf der Strecke an, aber eine Quelle fand ich dann doch noch: Den Twitter-Account der Eurobahn. Dort war der Zugausfall schon eine halbe Stunde vorher angekündigt (weil der grund eine Weichenstörung in Schwelm oder sowas war, der Zug also gar nicht nach Venlo kam und dementsprechend nicht zurückfahren konnte). Und da für den nächsten Zug keine Ausfälle angesagt waren, habe ich mich einfach darauf verlassen und bin um eins wieder zum Bahnhof gefahren. Alles gut gegangen diesmal. Und wenn ich jetzt zurückblicke, war es eigentlich gar kein besonder schusseliger Tag. Abgesehen davon, dass ich mich zweimal versehentlich selbst verletzt habe. Autoschusselei, sozusagen. Egal, weder mir nch irgendjemand anderem ist etwas Ernstes passiert, insofern kann auch ein Schusseltag ein guter Tag sein. Und ein guter Tag war es. Diesen guten Tag beende ich gerade bei Bowmore Surf und Fear and Loathing in Las Vegas. Also gute Nacht.

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